Warum dieser Lautsprecher?
Ich wollte endlich einen Lautsprecher mit einer hohen Bandbreite bis 100 kHz. Zum einen weil Messungen aus der Hirnforschung aufzeigen, dass der Mensch Ultraschallanteile wahrnehmen kann. Ich sage bewusst nicht „hören“! Wie das funktioniert ist noch nicht erforscht.
Zum anderen lässt eine hohe Bandbreite hervorragende lineare Arbeitsbedingungen in den darunter liegenden Frequenzen vermuten.
Im Blick hatte ich auch Kharma, z. B. Exquisites Midi 3.0. Oder Lautsprecher von Marten wie z. B. Mingus Quintet 2. Nun wollte ich aber für den zweiten Hörraum keine großen Lautsprecher und der Preis sollte natürlich auch noch erschwinglich sein. Und so fiel die Wahl auf die Regalbox TAD-CE1TX.
Die Verarbeitung
Gelesen hatte ich schon viel von der außerordentlich guten Verarbeitungsqualität. Es gibt passgenaue Ständer, die natürlich extra kosten. Das Bassreflexsystem läuft über schmale Schlitze über beide Seiten am Aluminium Paneel vorbei. Der Pianolack ist wirklich makellos. Die Lautsprecherklemmen sind massiv und lassen sich gut festdrehen.
Die Ständer TAD-ST2TX-K wiegen 18,5 kg
Aluminium-Paneele 10mm auf beiden Seiten
Piano Lack vom Feinsten
Links ist die schmale Ă–ffnung vom Bassreflex zu sehen
Diese Lautsprecherklemmen haben einen satten Lauf
Empfohlene Aufstellung
Interessant ist, dass der Hersteller ein spitzes Stereo-Dreieck mit geringen Wandabständen empfiehlt. Diese Aufstellung wird von dem gut geschriebenen Testbericht vom lite-Magazin : „Lautsprechersystem TAD-CE1TX – Ăśberwältigendes „Wie echt“-Erlebnis“ bestätigt.
Ich war am Anfang so fixiert auf das spitze Stereodreieck, dass ich einen ziemlichen Bock geschossen habe. Ich stellte die Boxen nämlich jeweils 80 cm von der Rück- und Seitenwand auf. Und nicht genug! Auch die Bass Membranen befanden sich auf einer Höhe von ebenfalls 80 cm. Da schaukelten sich die Raummoden dermaßen auf, dass ich am Anfang keine Musik hören wollte.
Ich habe die Lautsprecher dann mit 1,10m Rückwandabstand und 60cm Seitenwandabstand aufgestellt. Jetzt habe ich endlich eine Bühne und das Musik hören macht viel Spaß. Der Bass dröhnt nicht mehr.
Meine Messungen
Nachdem die Aufstellung optimiert wurde, konnte es an’s Messen gehen. Die Methodik habe ich in diesem Artikel beschrieben: Wie du deinen Raum und die Lautsprecher misst
Nachhall
In dem kleinen Hörraum von rund 14 m² hatte ich ganz schön mit dem Nachhall zu kämpfen. Oben im Bild sind schon einige Wandabsorber und Vorhänge zu sehen. Das brachte immerhin eine Reduzierung des Nachhalls auf 0,4 sek. ab 400 Hz.
Das war mir aber immer noch zuviel. Mit zwei zusätzlichen Akustikstellwänden konnte ich den Nachhall auf 0,3 sek. ab 400 Hz senken.
Frequenzgang
Auf den Frequenzgang war ich sehr gespannt. Versprochen wurden ja 34 Hz – 100 kHz. Mein Messmikro Earthworks M50 ist wirklich sehr gut, aber es geht „nur“ bis 50 kHz. Um soviel wie möglich auszureizen, fĂĽhrte ich Messungen mit einer Samplingrate von 192 kHz durch, welches einem Frequenzgang von 96 kHz entspricht.
Der Bass beginnt tatsächlich ab ca. 30 Hz, wobei das natürlich aufstellungs- und raumabhängig ist. Ab rund 36 kHz senkt sich der Hochton um ca. 15 dB ab und bleibt dann noch stabil bis ca. 80 kHz, bevor mein Mikro kollabiert.
Gut zu erkennen ist die Bassmode um die 40 Hz. Die schmale Linie darunter ist bereits die Zielkurve fĂĽr die Korrektur. Man sieht aber auch den ziemlich glatten Frequenzgang in Natura ohne Korrektur.
Sprungantwort nach Korrektur
Die Messungen von Stereophile (siehe oben in den Grundlagen) zeigten das übliche Bild des Zeitversatzes vom Hochton, dann Mittelton und zuletzt den Tiefton. Acourate ermöglicht neben der Korrektur des Frequenzgangs auch die Korrektur des Timings. Bei der korrigierten Sprungantwort unten im Bild treibt der erste Pulse zeitrichtig alle Chassis zugleich an. Sehr schön ist auch der parallele Verlauf über die Zeit.
Wenn dich Convolution (Faltung) interessiert, findest du in diesem Artikel genaue Informationen: Wie erstelle ich einen Faltungsfilter fĂĽr die Raumkorrektur?
Klangeindruck
Wie Stereophile schon schrieb, ist der Bass nicht auf Tiefgang und Druck ausgerichtet, sondern es geht um Präzision und Schnelligkeit. Überhaupt vermag der Lautsprecher selbst E-Gitarren ohne Schärfen darzustellen. Aber keinesfalls geschönt, sondern mit aller Klarheit. Stimmen sind mit dem Lautsprecher ein Traum. Aufgrund der besten Kohärenz beider Lautsprecher ist die Ortbarkeit der Instrumente und die Darstellung der Bühne hervorragend.