Linux-Befehle für das HQPlayer OS

Vorab etwas zur Beruhigung: für den Betrieb des HQPLayer Betriebssystems benötigst du keine Linux-Befehle. Wenn du aber etwas unter die Haube schauen möchtest, wollen wir dir einige Tipps geben. Das HQPlayer OS wurde extrem auf die Bedürfnisse des HQPlayers zugeschnitten und hat daher einen sehr eingeschränkten Fuktionsumfang. Der übliche Linux-Befehl sudo entfällt zum Beispiel.

Tastaturbelegung

Bevor du remote (SSH) gehen kannst, musst du Bildschirm und mindestens eine Tastatur anschließen. Wenn du eine deutsche Tastatur verwendest, sind die Tasten anders belegt als bei einer US amerikanischen Tastatur. Damit du nicht ewig suchen musst haben wir eine kleine Liste erstellt.

US / = DE –
Lesebeispiel: um Slash / einzugeben klickst du auf der deutschen Tastatur auf die Taste mit dem Trennzeichen –
US _ = DE ?
US Y = DE Z

Hier ist die US-Tastaturbelegung:

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:KB_United_States-NoAltGr.svg

Root

Um wirksam die Codierung zu ändern oder systemrelevante Abfragen zu tätigen musst du Root-Rechte haben. Nach dem Booten gibst du einfach im HQPlayer OS root ein. Schon arbeitest du in der Root-Shell.

SSH Zugang

Das HQPlayer Betriebssystem ist eigentlich nur mit Bildschirm und Tastatur auf deinem Audio PC zugänglich. Wäre es nicht schön einen Fernzugriff zu haben? Mittels SSH (Secure Shell) kannst du eine verschlüsselte Verbindung zur Kommandozeile (Shell) des HQPlayer OS herstellen. Wir beschreiben hier nur den Weg über einen Apple Mac Computer. Ähnliches gilt auch für Windows.

Als erstes musst du dir noch die Mühe machen dich direkt über den Audio PC einzuloggen. Nach dem Booten gibst du wie oben beschrieben root ein. Gib dann nano /etc/ssh/sshd_config ein. Nano ist ein umfangreicher Editor und die Datei sshd_config enthält die Konfigurationseinstellungen für den SSH Zugang.

Um den SSH Zugang freizuschalten gehe mit dem Cursor zu PermitRootLogin und entferne die Auskommentierung „#“ und ändere die Zeile auf PermitRootLogin yes. Anschließend speicherst du das mit ^X (Exit) ab. Du wirst vorher noch gefragt ob du das sichern möchtest. Beantworte das mit yes.

Danach erstellst du noch ein Passwort für die Root-Shell. Tippe passwd ein. Anschließend wirst du gebeten ein Passwort einzugeben, welches du nochmal bestätigen musst.

Nun kannst du an deinem Mac verproben, ob der SSH Zugang funktioniert. Öffne dafür das Terminal und tippe ssh root@ip-address-of-hqplayer ein. Eingabebeispiel: ssh root@192.178.188.10, die IP-Adresse ist natürlich die von deinem HQPlayer! Dann wird nach deinem Passwort gefragt, welches du dir hoffentlich gemerkt hast. Bei der ersten Anmeldung wird noch ein RSA Fingerprint angelegt, bestätige das mit yes. Das wars.

Unklücklicherweise kannst du dieses Einstellungen nicht bei einem HQPlayer Update übernehmen. Da fängt das Spiel leider wieder von vorne an.

htop – ein interaktiver Prozessviewer

Beim HQPlayer ist es wichtig gelegentlich die Prozessauslastung zu prüfen. Das Programm rufst du mit htop auf. Mit der Taste F2 sind individuelle Anpassungen möglich. Nützlich ist zum Beispiel das Hinzufügen der CPU Taktfrequenzen.

CPU Temperatur

Leider ist die Temperaturanzeige kein Bestandteil von htop. Mit dem Befehl cat /sys/class/thermal/thermal_zone*/temp lässt sich nur die Gesamttemperatur aller Kerne auslesen. Wenn der Befehl mehrfach eingegeben wird, lässt sich die Bandbreite der Temperaturentwicklung ablesen. Der wichtige Wert ist beim fis Audio PC der zweite.

Im Beispiel unten liegt die niedrigste Temperatur bei 49°C und die höchste bei 65°C.

ip-Adresse anzeigen

Um schnell die ip-Adresse herauszufinden kann der Befehl ifconfig verwendet werden. Diese wird unter „inet addr.:“ angezeigt. Außerdem werden die Netzwerkadapter angezeigt. Im Beispiel unten sind es zwei SFP Ports. Der Port enp1s0f0np0 ist mit RX bytes:0 (0.0 B)  TX bytes:0 (0.0 B) inaktiv, während beim Port enp1s0f1np1 mit RX bytes:473767729 (451.8 MiB)  TX bytes:21515175245 (20.0 GiB) ein reger Netzwerkverkehr ausgewiesen wird.

ethtool – ein umfangreiches Netzwerktool

Ein sehr umfangreiches Netzwerktool rufst du mit der Anwendung ethtool auf. Es würde hier zu weit führen alle Parameter zu erklären. Die Hilfe ist mit ethtool -h erreichbar. Eine gute Dokumentation mit Beispielen gibt es auf wiki.ubuntuusers.de/ethtool.

Wir empfehlen beim aktiven Netzwerkadapter die Interruptmoderation zu deaktiven. Die aktuellen Einstellungen liest du mit diesem Befehl aus: ethtool -c enp1s0f1np1. Die Adapterbezeichnung hinter dem „-c“ hast du vorher mit ifconfig ausgelesen. Bei Adaptive RX: on ist die Interruptmoderation aktiviert.

Die Interruptmoderation deaktivierst du mit dem Befehl: ethtool -C enp1s0f1np1 adaptive-rx off. Achte dabei auf die richtige Adapterbezeichnung. Das „C“ muss groß geschrieben werden.