High Resolution (HiRes)
Mit einer der wichtigsten Funktionen des Spektrogramms dürfte das Entlarven von unechten HiRes Aufnahmen sein. Dabei ist wichtig zu wissen, dass der HQPlayer nur den hörbaren Bereich eines Audio Files anzeigt. Bei 96kHz sind das 48kHz und bei 192kHz sind es 96kHz. Grundlage ist die Nyquist Grenzfrequenz, die immer nur die halbe Abtastrate berücksichtigen darf.
Im ersten Beispiel haben wir einen krassen Fall. Angeboten wird der Titel mit 192kHz und hätte demnach einen hörbaren Bereich bis 96kHz. Tatsächlich sind nur 22,05kHz zu sehen, also ist es ein Audio File mit 44,1kHz! In diesem Fall bietet es sich gleich an auf die CD Version zurückzugreifen. Auf Qobuz gibt es oft mehrere Versionen.
Im nächsten Beispiel werden bei den beworbenen 192kHz zwar die 96k gefüllt, aber nur mit Dither. Die eigentlichen Musikimpulse gehen bis 48kHz, welches du an den Spitzen erkennst. Also waren es ursprünglich mal 96kHz.
Hier gehen einzelne Spitzen bis 96kHz, hier haben wir endlich eine echte 192kHz Aufnahme erwischt.
Hier wird es schwierig. Die Spitzen gehen bis ca. 65kHz – 70kHz. Jedenfalls sind es keine echten 192kHz. Aber das Spektrogramm ist recht ordentlich.
Hier ist wieder eine Mogelpackung. Bei einem 176,4kHz File sollten 88,2kHz drin sein. Bei einer vergleichbaren CD-Qualität ist wieder Ende.
Loudness War
Das Problem der heutigen Zeit sind totkomprimierte Musikstücke (Loudness War). Diese Kompression des Audiosignals führt zwar zu einer konstanteren „Hörbarkeit“ der Musik, hat aber auch einen großen Dynamikverlust zur Folge. Es kann vorkommen, dass die oberen Bänder abgeschnitten werden. Im Bild unten sind die abgeschnittenen Linien mit hohem Rotanteil im Spektrogramm gut zu erkennen. Links in der Zeile „Limited / Apod.“ steigt der Apodisierungszähler auf über 8.000 als Indikator für ein schlechtes Abmischen im Tonstudio.
Bei solchen Aufnahmen helfen die im HQPlayer angebotenen Apodisationsfilter. Diese korrigieren bis zu einem gewissen Grad die überschüssigen Spiegelfrequenzen. Abhängig von den ADC-/Mastering-Werkzeugen kann ein gewisses Aliasing-Band am oberen Ende des Frequenzbandes auftreten. Außerdem wird die Impulsantwort des ursprünglichen Dezimationsfilters durch eine andere (höherwertige) Impulsantwort ersetzt. Dadurch wird das Zeit- und Frequenzbereichsverhalten des ursprünglichen Filters verbessert.
PCM 44,1kHz mit abgeschnittenen Spektrum bei 22,05kHz und hohen Apodisierungswerten
Schaltnetzteile
Hier ist eine echte und auch gute Aufnahme mit 192kHz. Leider sind bei ca. 28kHz und oberhalb von 50kHz Linien zu sehen, die von den Schaltnetzteilen der Digital Audio Workstation (DAW) des Tondstudios herrühren können. Sie sind natürlich nicht direkt hörbar, aber sie können eventuell den hörbaren Bereich beeinflussen (demodulieren).
Gute Aufnahmen
Gute Aufnahmen zeichnen sich dadurch aus, dass das, was beworben wird, auch drin ist. Außerdem sollte nicht der ganze Frequenzbereich rot sein (hohe Lautstärke). Gut ist, wenn die Spitzen nicht abgeschnitten sind und eine hohe Dynamik erkennbar ist.
Hier ist ein Titel in 44,1kHz mit einer sehr schönen Dynamik. Das Frequenzspektrum wird bis zur Nyquist-Frequenz von 22,05kHz voll ausgeschöpft. Leider sind Spuren eines mutmaßlichen Schaltnetzteils zu erkennen.
PCM 44,1kHz mit Ausschöpfung der Nyquist-Frequenz
Hier ist echtes 96kHz HiRes zu sehen. Die Bandbreite von 48kHz wird voll ausgeschöpft. Leider werden die Spitzen etwas beschnitten.
PCM 96kHz mit Ausschöpfung der Nyquist-Frequenz
Und zum Schluss einer meiner Lieblingsaufnahmen aus meiner Jugend. Wirklich gut remastert und echte 192kHz.