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Erfahrungen mit Intels neuem i9-12900K Prozessor

Hybrid CPU mit E-Cores (Efficient) und P-Cores (Performance)

Kleine, hocheffiziente Prozessorkerne, wie man sie bisher eher von Atom kannte, werden von einer variierenden Anzahl großer Performance-Kerne, bekannt von den Core-CPUs, unterstützt. Mit dem Intel® Core™ i9-12900K Processor sind 16 Kerne möglich, die sich auf 8 E-Cores und 8 P-Cores aufteilen. Mit Hyperthreading der P-Cores, also der Verteilung der Last auf zwei virtuelle Cores, sind insgesamt 24 Threads möglich. Siehe unser Artikel:

Neuer Sockel LGA 1700

LGA 1700 ist als Ersatz für LGA 1200 konzipiert. LGA 1700 hat 1700 hervorstehende Pins, um Kontakt mit den Pads auf dem Prozessor herzustellen. Im Vergleich zu seinem Vorgänger LGA 1200 hat LGA 1700 500 Pins mehr. Daher ist der Sockel 7,5 mm länger: 37,5 mm x 45 mm. 

Neue Passive Kühlung

Die höhere thermische Verlustleistung und der größere Sockel benötigt eine effizientere Kühlung. So sieht der CPU Kühlkörper aus, den wir verwenden. Die Rillen nehmen die Heatpipes auf, welche die Wärme an die Seitenwand weiterleiten.

HDPLEX Kühlkörper aus amssiven Kupfer

Solarflare NIC (Network Interface Card) X2522 

Der schnelle Intel® Core™ i9-12900K Processor profitiert im besonderen Maße von einer Hochleistungsnetzwerkkarte mit geringsten Latenzen und Jitter. Hier kommt  XILINX Solarflare X2 Series Ethernet Adapters – XtremeScale X2522 zum Einsatz. Da der Hochleistungschip sehr heiß wird haben wir uns ein besonders effektives passives Kühlsystem einfallen lassen: Passives Kühlungskit für XILINX Solarflare X2 Series & 8000 Series Ethernet Adapters. Dabei wird die Wärme über Heatpipes über die linke Seitenwand abgeführt.

fis Audio PC mit i9-12900K CPU und Solarflare X2522 NIC

Wir haben vieles an Ethernetkarten ausprobiert, aber keine reicht an Solarflare heran. Es ist nicht nur die galvanische Trennung über Glasfaser, sondern vor allem die sehr geringen Latenzen und Jitter kombiniert mit hohen Leistungsreserven. Während woanders geöffnete Remoteverbindungen den Klang beeinträchtigen, ist das hier nicht mehr der Fall. Daten hin- und her kopieren oder das Laden der komplexen Metadaten von Roon werden sehr schnell ausgeführt. Unterschiede zwischen dem Abspielen aus dem Speicher oder aus dem Internet sind für uns mit dieser Karte nicht mehr wahrnehmbar. Die Firmeware trägt auch etwas dazu bei. Im BIOS kann die Solarflare X2522 NIC auf ultra low latencies konfiguriert werden.

BIOS Solarflare Einstellung auf Ultra low latency

Advanced Vector Extensions (AVX) – AVX512

AVX2 wird seit geraumer Zeit von Intel für gleitkommaintensive Berechnung, vor allem im Multimedia-, wissenschaftlichen oder Finanzbereich, verwendet. Für Nutzer vom HQPlayer oder anderen digitalen Signalverarbeitungen (DSP) ist das eine sehr wichtige Funktion. Das leistungsfähigere AVX512 kann nun erstmalig auf einem Audio PC mit einem kleinen Trick genutzt werden. Dabei werden die E-Cores deaktiviert und AVX512 wird im BIOS aktiviert.

Aktivierung AVX512

Was sich erstmal nach großem Unsinn anhört, wird durch Igor’s LAB bestätigt:

Und die Leistung ist schon sehr beeindruckend.

44,1 kHz konvertiert zu DSD 256×48 mit dem hochpräzisen Modulator ASDM7ECv2

Performance mit AVX512 auf P-Cores

96kHz konvertiert zu DSD 256×48 mit dem hochpräzisen Modulator ASDM7ECv2

Performance mit AVX512 auf P-Cores


Was mit der Intel i9-9900K CPU so gar nicht funktionierte geht mit dem i9-12900K sowas von mühelos und performant, dass es eine Freude ist.

Klangbericht

Die Soundqualität hat erheblich zugenommen! 

Wir bemerken einen präziseren, druckvolleren Bass und „federnde“ Transienten bei Percussion- und Gitarrensounds. Die 3D Soundstage hat zugelegt und jedes einzelne Instrument steht greifbar im Raum. Wer diesen Sound hört kommt zwangsläufig ins grooven.

Wir sind jedenfalls so begeistert, dass wir die 12er Cores von Intel in unser Angebot aufgenommen haben. Dabei ist es nicht teurer geworden. Billiger allerdings auch nicht. Wer möchte kann sich das mal unverbindlich anschauen: