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Signalyst HQPlayer 4 Embedded – schlanker und audiophiler geht’s nicht

Viele ärgern sich mit dem aufgeblähten Windows herum und wundern sich, warum es einfach nicht klingen will. In der Tat muss Windows für audiophile Zwecke zurechtgestutzt werden. Wie wäre es stattdessen einfach einen USB-Stick einzustecken und ein kleines und feines Programm wie das HQPlayer Embedded Betriebssystem (HQPlayer OS) automatisch hochfahren zu lassen?

Im Gegensatz zu Windows arbeiten nur rund 20 Tasks im HQPlayer Embedded. Da keine konkurrierenden Programme um die Priorisierung und Speicherbandbreite kämpfen, können die hochwertigen Algorithmen vom HQPlayer ihre volle Kraft entfalten. Die Kernzuordnung erfolgt hocheffizient und automatisch.

HQPlayer Embedded mit 20 Tasks und effizienter Kernzuordnung

Die Anwendung wird übrigens in den schnellen Arbeitsspeicher geladen, so dass hier keine Festplatte die Geschwindigkeit ausbremst. Alternativ installierst du das HQPlayer OS gleich auf eine Intel® Optane™ Memory M10 SSD mit geringsten Latenzen. Damit bootest du schneller und vor allem fehlerfrei.

PCM in DSD 1024 hochrechnen? Mit einem Intel Core i9-12900K ist das überhaupt kein Problem. Das ganze bedienst du komfortabel zum Beispiel mit Roon:

Roon mit HQPlayer Embedded und DSD 1024

Das HQPlayer OS basiert auf Linux. Du benötigst aber keine Linux Kenntnisse, denn hier ist es wirklich plug and play. Es ist kostenlos. Du benötigst nur eine Lizenz vom HQplayer. Vorher kannst du es unverbindlich in der Vollversion testen. Die einzige Einschränkung: alle 30 min. musst du den HQPlayer neu starten.

Tipps für die Installation

Der Download erfolgt etwas unübersichtlich über ein Verzeichnis im Web. Das Verzeichnis kann über die Seite Configuring HQPlayer Embedded und dem Link hqplayer-embedded aufgerufen werden. Dann wird das Auge erstmal von unterschiedlichen Versionen erschlagen. Der kundige Blick erkennt, dass es spezielle Versionen für Raspberry Pi und Ravenna gibt. Ausprobiert haben wir die Linux Versionen

– hqplayer-embedded-…-x64amd (originäre Version für AMD CPUs ohne AVX512) und
– hqplayer-embedded-…-x64gen (für Intel CPUs mit AVX512).

Soweit die Theorie. Der Entwickler Jussi Laako empfiehlt für Intels 12. Core Generation (Alder Lake) die AMD-Version. Unsere Experimente zeigten, dass mit AVX512 mit Linux gegenüber Windows 11 Pro kein Vorteil zu erzielen war. Die AMD-Version verwendet dagegen ausschließlich AVX2, kann dafür aber sehr gut mit den P-Cores und E-Cores umgehen.

Beim runterladen muss man das aktuellste Datum erwischen. Das Image (in unserem Fall: hqplayer-embedded-4.28.0.2-x64amd.7z) ist gepackt ca. 270 MB groß. Im entpackten Zustand sind es dann 2,35 GB. Ein Witz gegenüber Windows. Dieses Image brennt man im Mac mit balenaetcher oder unter Windows mit Rufus auf den USB-Stick.

Im BIOS muss dann noch die Bootreihenfolge zugunsten des USB-Sticks geändert werden und ohne weiteren Eingriff steht HQPlayer Server zur Verfügung. Es müssen keine Treiber installiert werden. Die Konfiguration des HQPlayers erfolgt im Browser. Dazu gibst du einfach die vergebene IP-Adresse ein, die du z. B. aus dem Router ausliest.

Unser Eindruck

Jussi Laako, der Schöpfer vom HQPlayer, schafft es immer wieder mit Weiterentwicklungen zu begeistern. So verbesserte er den hochpräzisen EC-Modulator für DSD weiter. Neue Filter wie zum Beispiel die Gauss-Varianten liefern einen unvergleichlichen Schmelz. Die neue 12. Intel Generation wird seit neuestem vom HQPlayer unterstützt und ermöglicht die Ausführung von Modulatoren und Filtervarianten, die vorher nicht möglich waren. Diese Algorithmen wirst du nie im DAC selbst finden, denn dafür reicht die Rechenleistung nicht aus. Selbst T+A empfiehlt bei ihrem Flaggschiff-DAC SDV 3100 HV den HQPlayer mit einem leistungsstarken Computer zu verwenden.