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Welche Nachteile haben Lüfter in Audio PCs?

Bei Hochleistungsprozessoren tritt zwangsläufig eine hohe Temperaturentwicklung auf. Das betrifft sowohl die von uns verwendeten Intel CPUs der 12. Generation, als auch die Chips auf den Solarflare X2522 NICs. Auch Arbeitsspeicher und Festspeicher wollen gut gekühlt werden, da sonst hörbar die Leistung gedrosselt wird. Das alles spricht für leistungsstarke Lüfter. Und trotzdem verbauen wir keine – Warum?

Lüfter erzeugen Geräusche

Jeder kennt die Lüftergeräusche vom Haarfön. Neben dem Motorgeräusch kommen die Luftgeräusche dazu. Glücklicherweise gibt es im Computerbereich nahezu geräuschlose Lüfter. Das können zum Beispiel großflächige Gehäuselüfter mit 140mm Durchmesser sein. Oft reichen schon 200 bis 400 rpm (Umdrehungen pro Minute), um die im Gehäuse befindlichen Komponenten zu kühlen. Sogar im Verstärkerbau kommen Lüfter oft zum Einsatz. Wenn Lüfter so gut wie nicht zu hören sind oder der Audio PC separat in einer Kammer steht, denken viele die Probleme gelöst zu haben. Weit gefehlt, wie wir weiter ausführen werden.

Lüfter erzeugen Vibrationen

Der Elektromotor rotiert den Propeller und das erzeugt Vibrationen. Es gibt hochwertige Lüfter, welche dieses Problem mit einer flexiblen Befestigung mithilfe von Gummi-Halterungen minimieren. Es bleibt immer noch die Luftbewegung, die mehr oder weniger die Bauteile im Computer in Mikro-Vibrationen versetzen können. Vibrationen wollen wir gerade bei Clocks, und davon gibt es einige im Computer, nicht haben.

Lüfter erzeugen elektronische Störungen

Moderne Lüfter werden über die Pulsweitenmodulation (PWM) gesteuert. Dabei wird die Drehzahl über das ein- und ausschalten der Spannung (12V) geregelt. PWM-Lüfter arbeiten jedoch in einem Bereich um die 25 kHz, welches bedeutet, dass ein kompletter Zyklus (ein und aus) 25.000 mal in der Sekunde abläuft.

Ältere oder preiswertere Lüfter werden über die Höhe der Spannungen geregelt. Dabei kommt es regelmäßig zu Spannungsschwankungen. Die Drehzahlanpassung geht nur über einen kleinen Bereich von 5-12 Volt, dabei ist der Anstieg der Spannung nicht unbedingt äquivalent zum Anstieg der Drehzahl.

Es gibt separate elektronische Lüfterfilter, die Geräusche von CPU-Lüftern und Systemlüftern blockieren. Der SOtM FAN Filter verwendet zum Beispiel Ripple Noise- und HF-Rauschfilter. Zu 100% können nach unserer Erfahrung elekronische Störungen jedoch nicht kompensiert werden.

SOtM Fan Filter

Lüfter erzeugen Staub

Wo der Wind weht wird Staub aufgewirbelt. Und je heftiger die Luftbewegung ausfällt, desto mehr Staub sammelt sich an. Das ist bei PC-Lüftern nicht anders. Staub kann elektrische Verbindungen stören und für einen Hitzestau sorgen.

Quelle: https://www.igorslab.de/dirtiest-pc-photos/9/

Im Umkehrschluss bleibt ein lüfterloser PC immer schön sauber.

Zusammenfassung

Auch wenn der Lüfter selbst nicht direkt zu hören ist, können Vibrationen, elektronische Störungen und Staubablagerungen den Musikgenuss empfindlich stören. Wir verwenden deshalb hochwertige passive Kühllösungen, damit nicht nur der Ton, sondern auch der fis Audio PC immer schön sauber bleibt.

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Warum DDR4 RAM für einen Audio PC besser ist als DDR5

DDR-SDRAM  (Double Data Rate Synchronous Dynamic Random Access Memory) ist der wichtige Arbeitsspeicher, welcher die zu verarbeitenden Daten mit möglichst hoher Bandbreite und geringsten Latenzen zur Verfügung stellt. Beim Arbeitsspeicher sind die Daten flüchtig, die Daten werden also im Gegensatz zum Festspeicher (z. B. SSD) nicht dauerhaft gespeichert. Aktuell gibt es DDR-SDRAM in fünf Generationen, die 5. Generation (DDR5) wurde 2019 spezifiziert und erschien 2021 auf dem Markt. DDR4 und DDR5 sind nicht kompatibel. Wer sich für einen der beiden Arbeitsspeicher entscheidet, muss das dazugehörige Motherboard kaufen.

Speichertransferrate

Es gibt einige Unterschiede zwischen DDR4-SDRAM und DDR5-SDRAM. Ein wesentlicher Unterschied liegt in der Speichertransferrate, die bei DDR5 deutlich höher ausfällt. Um den theoretisch maximal möglichen Speicherdurchsatz zu berechnen, wird folgende Formel verwendet:

Speichertransferrate(in MByte/s)  =  Takt der internen Logik(in MHz)  ×  Prefetching-Faktor  ×  Busbreite(in Byte)

DDR5 arbeitet mit wesentlich höheren Taktraten und ist auch beim Prefetching überlegen. Daher ergeben sich höhere Übertragungsraten.

RAM-TypBerechnungÜbertragungsrate
DDR4-2400300 MHz × 8 × 8 Byte19,2 GByte/s
DDR5-8000500 MHz × 16 × 8 Byte64,0 GByte/s
Quelle: WWikipedia.org DDR-SDRAM Berechnungs-Beispiele

Für die Audioverarbeitung spielen die hohen Übertragungsraten dann eine Rolle, wenn ein Upsampling und eine Umkonvertierung auf DSD erfolgt.

On-Die-ECC Fehlerkorrektur

Die On-Die-ECC (Error Correction Code) betrifft die Fehlerkorrektur, die es nur bei DDR5 direkt auf dem Speicherriegel gibt. Jeder DDR5-RAM hat im Inneren 6,25 % zusätzliche RAM-Zellen, um Fehler auch bei Nicht-ECC-RAM zu erkennen und zu korrigieren. Dieser Test kann periodisch und unabhängig von der CPU ausgeführt werden.

CL-Latenzen

Bisher konnte DDR5 ganz klar punkten. Nun kommen wir zu einem wesentlichen Aspekt bei der Musikwiedergabe: das Ziel sind geringstmögliche Latenzen. Die Latenzen beschreiben eine feste Zeit zwischen Aktion und Reaktion. Bei Computern ist es die von der Soft- und Hardware benötigten Zeit, um die Daten zu verarbeiten. Jitter sind Schwankungen innerhalb dieser Zeit, die sich bei der digitalen Audioverarbeitung sehr schädlich auswirken können. Deshalb ist es von Vorteil die Latenzen so gering wie möglich zu halten, da Jitter wirksamer unterbunden werden kann.

Die Leistung der Speichermodule liegt vor allem in der „absoluten“ Latenz. Die wichtigste Angabe ist dabei CAS (column access strobe) – latency (CL). Der CL-Wert gibt an, wie viele Taktzyklen der Speicher benötigt, um Daten bereitzustellen. Niedrigere Werte bedeuten höhere Speicherleistung. Die absolute Latenz berechnet sich aus der Taktrate und dem CL-Wert.

Beispiel DDR4 3.200 MHz CL14 Speicher

1.000/3.200*14*2 = 8,75ns (Nanosekunden)

Die 3.200 MHz Taktraten sind nicht sehr viel, aber in Kombination mit dem CL-Wert von 14 sind die Latenzen sehr niedrig.

Beispiel DDR5 6.000 MHz CL40 Speicher

1.000/6.000*40*2 = 13,33ns (Nanosekunden)

Selbst mit einer sehr hohen Taktfrequenz von 6.000 MHz bleiben die Latenzen gegenüber DDR4 sehr hoch.Das liegt am hohen CL-Wert von 40.

Wer das nicht selbst ausrechnen möchte nimmt einen Rechner im Web: https://notkyon.moe/ram-latency.htm

Test mit AIDA64 Speicherverzögerung

Die Berechnungen zur CL-Latenz finden sich in der Praxis wieder. AIDA64 ist unter anderem ein in der Spieleszene gern verwendetes Benchmarkprogramm. Mit der Speicherverzögerung werden die Latenzen gemessen, wobei ein geringerer Wert besser ist. Von Hadwareluxx wurden einige Tests durchgeführt. Unten ist eine kleine Auswahl:

Intel Core i9-12900K DDR5 81.3 ns

AMD Ryzen 5 3500X 75.8 ns

AMD Ryzen 9 3900X 75 ns

AMD Ryzen 7 3700X 74.9 ns

Intel Core i9-12900K DDR4 63.1 ns

Intel Core i9-9900KS 55.6 ns

Der Unterschied zwischen DDR5 und DDR4 ist bei einem Intel Core i9-12900K erheblich. Bei DDR5 ist Intel sogar schlechter als AMD. Ein Intel Core i9-12900K mit DDR4 liegt deutlich vor AMD Ryzen.

Integrated Memory Controller

Wer mit der 12. Prozessorgeneration von Intel statt auf die neuen DDR5 auf die bewährten DDR4 RAMs setzt, wird trotzdem einen Vorteil nutzen können.

Intel CPUs der 11. Generation nutzten nur einen IMC (Integrated Memory Controller), siehe Bild links. Die 12. Generation hat zwei IMCs. Dies ermöglich einen höheren Datendurchsatz durch eine parallele Datenverarbeitung. Bei DDR4 wird im Bild in der Mitte die Datenstrecke angezeigt. Ganz rechts die über Kreuz-Verarbeitung bei DDR5.

Quelle: https://www.igorslab.de/ddr5-deep-di…-der-praxis/2/

Zusammenfassung

Die Entscheidung zwischen DDR4 und DDR5 muss früh getroffen werden, da sie untereinander nicht kompatibel sind. DDR5 kann ganz klar mit der Speicherbandbreite punkten, die für Audio bei Upsampling und DSD benötigt wird. Ein weiterer Pluspunkt ist die Fehlerkorrektur.

Die Nachteile liegen in den sehr hohen Latenzen. DDR5 RAM sind deutlich höher getaktet als DDR4 RAM und haben trotzdem sehr hohe Latenzen. DDR5 gibt es noch nicht lange auf dem Markt, was in den deutlich höheren Preisen abzulesen ist. Eine Intel CPU der 12. Generation kann trotz DDR4 den doppelten IMC (Integrated Memory Controller) ausnutzen.

Die niedrigen Latenzen sind für DDR4 RAM immer noch ein sehr gewichtiges Argument. Außerdem ist die Technik schon lange im Einsatz und die Verfügbarkeit ist hoch. Wir bieten daher bis auf weiteres den fis Audio PC nur mit DDR4 RAM an.

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Advanced Vector Extensions (AVX): AVX-512 vs. AVX2

AVX2 wird seit geraumer Zeit von Intel für gleitkommaintensive Berechnungen, vor allem im Multimedia-, wissenschaftlichen oder Finanzbereich, verwendet. Für Nutzer vom HQPlayer oder anderen digitalen Signalverarbeitungen (DSP) ist das eine sehr wichtige Funktion. Für Intels 12. Prozessorgeneration (Alder Lake) ist nun auch das leistungsfähigere AVX512 möglich.

AVX-512 mit Windows 11 Pro

Bisher hatte AVX-512 die CPU regelmäßig auf den Basistakt gedrosselt. Siehe auch die scharfe Kritik an Intel AVX-512 aus dem Linux-Lager. Mit eigenen Experimenten stellten wir fest, dass dies beim Intel® Core™ i9-12900K Prozessor nicht mehr der Fall ist. Voraussetzung ist jedoch, dass die E-Cores deaktiviert werden. Zur grundsätzlichen Architektur siehe auch unseren Beitrag: Intels Core 12000 mit E-Cores und P-Cores und Windows 11.

HardwareLuxx berichtete von einer Effizienzsteigerung um 30%. Igor’s LAB hatte ebenfalls Tests durchgeführt: Effizienz-Geheimtipp AVX-512 auf Alder Lake – Der wieder aufgetauchte Befehlssatz im Praxistest. Wichtig ist noch zu erwähnen, dass Intel Anstrengungen unternimmt den Zugriff auf den Microcode auf BIOS Ebene zu unterbinden. Zumindest bei den msi-Motherboards, die wir verwenden, ist die Option AVX-512 Trial „auf eigenes Risiko“ weiter vorhanden.

Bei unseren Tests verwendeten wir Windows 11 Pro mit dem HQPlayer. Beim Intel® Core™ i9-12900K Prozessor deaktiverten wir die E-Cores und übertakteten die P-Cores auf 4 GHz und aktivierten Hyper-Threading. Beim ersten Test verwendeten wir Quellmaterial mit 44,1 kHz (CD-Format) und beim zweiten Test 96 kHz. Das Ergebnis war mit einer sehr guten Kernverteilung verblüffend gut. Rechenintensive Konvertierungen zu DSD256 wurden problemlos ohne Drosselung mit AVX-512 abgespielt.

44,1 kHz konvertiert zu DSD 256×48 mit dem hochpräzisen Modulator ASDM7ECv2

96kHz konvertiert zu DSD 256×48 mit dem hochpräzisen Modulator ASDM7ECv2

AVX2 mit Linux Echtzeit-Kernel HQPlayer Embedded

Anders sieht es aus, wenn statt Windows ein Echtzeit-Kernel von Linux als Betriebssystem verwendet wird. Siehe unser Beitrag Signalyst HQPlayer 4 Embedded – schlanker und audiophiler geht’s nicht. Hier hatte die Abschaltung der E-Cores einen negativen Effekt. Wir verwenden daher für dieses Betriebssystem AVX2 und schalten trotzdem einen Teil der nicht benötigten E-Cores ab. Im Beispiel unten sind von den 6 E-Cores nur 2 E-Cores (die letzten beiden Nr. 16 und 17) aktiv. Die Konvertierung auf DSD1024 gelingt mühelos und der Klang ist traumhaft.

44,1 kHz konvertiert zu DSD1024 mit dem Modulator AMSDM7 512+fs

Zusammenfassung

Mit AVX-512 kann die Effizienz bei gleitkommaintensiven Berechnungen erheblich verbessert werden. Jedoch kommt es auf das Betriebssystem an. Während Windows hier punkten konnte, war das bei Linux nicht der Fall. Es darf auch nicht vergessen werden, dass die Tests etweder synthetische Berechnungen oder einen speziellen Anwendungsfall beinhalteten. AVX-512 erfordert die Abschaltung aller E-Cores, die das Betriebssystem eigentlich bei nicht so rechenintensiven Anwendungen entlasten sollen. Es kommt daher auf den jeweiligen Nutzungszweck an.

Mit einem Echtzeit-Kernel von Linux wie HQPlayer Embedded empfehlen wir daher AVX2 mit aktivierten E-Cores zu verwenden. Wenn nicht alle E-Cores benötigt werden, können zur Eingergieeinsparung trotzdem einige deaktiviert werden.

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Warum sind externe Netzteile für einen Audio PC besser?

Die Frage ist etwas provokativ gestellt. Schließlich nehmen externe Netzteile zum Teil viel Platz weg. Oben sind links der fis Audio PC und rechts das JCAT OPTIMO S ATX LPS zu sehen.

Natürlich gibt es Geräte mit einem guten internen Netzteil. Die Fragestellung beschäftigt sich mit Netzteilen für Audio PCs, die eine hohe rauschfreie Leistung benötigen. Und da ist eine Integration schon sehr viel schwieriger umzusetzen.

LPS (Linear Power Supplies)

Lineare Netzteile sind hinsichtlich ihres geringen Ripple Noise den Schaltnetzteilen überlegen. Im Test von HardwareLuxx schneidet das Seasonic PRIME Ultra 750 W Titanium Schaltnetzteil sehr gut ab. Bei den Ripple-/Noisespannungen wurden 13 mV(pp) auf 3,3 Volt und 7 mV(pp) auf 5 V gemessen. Diese Werte sind weit von den 50 mV(pp) entfernt sind, die der ATX Design Guide als oberes Limit gesetzt hat.

Das JCAT OPTIMO S ATX LPS hat dagegen nur eine Ripple Wert von <25uV. Zum Vergleich: die oben genannten Werte von 13mV/7mV entsprechen 13.000uV/7.000uV. Es liegen nicht nur bei den Messdaten Welten dazwischen, sondern vor allem hörbar.

Platzbedarf

Lineare Netzteil sind unserer Meinung nach für Audio Zwecke aus den oben genannten Gründen die beste Wahl. Lineare Netzteilen benötigen aufgrund großer Trafos viel Platz. Es wird eine hohe Abwärme produziert. In einem lüfterlosen Audio PC ist ein lineares Netzteil daher kontraproduktiv.

Störungen auslagern

Hinzu kommen ein eventuelles Trafo-Brummen und Magnetfelder, welche empfindliche elektronische Teile im Computer stören können. Wird ein externes Netzteil verwendet, wird dieses einfach entfernt vom Audio PC positioniert.

Bessere Austauschbarkeit

Viele unserer Kunden haben ein begrenztes Budget und beginnen mit einem preiswerteren LPS. Der technische Fortschritt macht keinen Halt. Das extrem gute JCAT OPTIMO S ATX LPS wurde erst Ende 2021 zum Verkauf angeboten. Da die von uns angebotenen LPS von namhaften Herstellern kommen, können die alten Netzteile in der Regel sehr gut verkauft und gegen ein besseres Netzteil ausgetauscht werden.

Reparaturfreundlich

Wird ein Netzteil defekt, muss nicht gleich der ganze Audio PC eingeschickt werden. Etwaige Reparaturen werden direkt vom Hersteller der Netzteile durchgeführt. Die kennen sich am besten damit aus.

Zusammenfassung

Lineare Netzteile verbrauchen viel Platz und produzieren Abwärme und sind daher für eine interne Lösung kotraproduktiv. Mechanisches Brummen und Magnetfelder wirken sich bei einem externen Netzteil nicht auf empfindliche Computerteile aus. Ein externes Netzteil kann jederzeit gegen ein besseres ausgetauscht werden und ist reparaturfreundlicher.

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Wie erkennst du schlechte digitale Aufnahmen?

Heute war wieder so ein Tag, wo ich mich von einem Album extrem genervt fühlte. Ich hörte mir ein neues Album auf Qobuz an (den Künstlernamen lasse ich weg, denn der kann ja nichts dafür). Erst war es sehr involvierend. Die Bühne ging weit über die Lautsprecher hinaus. Aber irgendwie schlechte Instrumententrennung, irgendein Mischmasch. Und dann fiel es mir auf: die Schärfen im Klang. Da gehe ich gern in den HQPlayer und schau mir den Apod-Zähler an: 1.384.

Fehler im Tonstudio

Abhängig von den ADC / Mastering-Werkzeugen im Tonstudio kann es zu digitalen Aufnahmefehlern kommen. Um diese Fehler auszubügeln gibt es Apodisierungsfilter, welche die Impulsantwort des ursprünglichen Dezimationsfilters durch einen anderen zu ersetzt. Dies ermöglicht das Ändern des Zeit- und Frequenzbereichsverhaltens des ursprünglichen Filters. Apodisierende Filter sind für Reedbook-/CD-Formate (44.1/48kHz) wegen der niedrig liegenden Nyquist-Rate am wichtigsten.

Apodisierungserkennung im HQPlayer

Bei PCM-Quellinhalten kann der HQPlayer erkennen, ob ein Apodisierungsfilter erforderlich ist. Jedes Mal, wenn ein solches Ereignis im Quellinhalt erkannt wird, erhöht sich der Zähler. Wenn ein solcher Inhalt erkannt wird, insbesondere bei höheren Zählwerten, wird die Verwendung eines Apodisierungsfilters empfohlen. Diese Erkennung ist nicht absolut, kann aber als Richtlinie dienen, um zu entscheiden, wann ein nicht-apodisierender Filter nicht verwendet werden sollte. Es schadet nicht, einen apodisierenden Filter für Inhalte zu verwenden, die ihn nicht benötigen. Es ist jedoch schädlich, einen nicht-apodisierenden Filter für Inhalte zu verwenden, die einen solchen benötigen würden. Schau auch bei den Audio PC Grundlagen HQPlayer Filtereigenschaften.

Den Apodisierungszähler im HQPlayer als Indikator für schlechte Aufnahmen

Jedesmal wenn mich ein Titel wegen digitaler Schärfen nervte, bekam ich es mit dem Apodisierungszähler bestätigt. Wir reden dann von Zählwerten oberhalb des dreistelligen Bereichs. Der verwendete Filter poly-sinc-xtr-lp im obigen Beispiel ist kein apodisierender Filter. Mit dem apodisierenden Filter poly-sinc-xtr- short-lp war es deutlich erträglicher, aber nicht wirklich gut. Denn dazu kam noch Loudness War, was ich auch am Limitzähler = 5 bemerkte. Normalerweise zeigt bei mir der Limiter nichts an, da ich ein Gain von -4dB eingestellt habe. Ausreichend um Clipping zu vermeiden. Nicht so bei dieser Aufnahme.

Zusammenfassung

Manchmal ist man sich ja unsicher, ob es nur an der eigenen Tagesform liegt, wenn einem die Aufnahme nicht gefällt. Mit dem Apodisierungszähler im HQPlayer hast du einen einfachen Indikator zur Hand, das Gehörte zu validieren. Wenn dir die Musik trotzdem gefällt verwende einen apodisierenden Filter.

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HQPlayer Circle – eine Funktionsübersicht

Die Funktionsvielfalt vom HQPlayer zu verstehen ist nicht einfach. Denn der HQPlayer ist viel mehr als nur ein Upsampler oder PCM/DSD-Konvertierer. Diese grundlegenden Funktionen haben wir hier beschrieben: Audio PC HQPlayer Filtereigenschaften.

Wie der HQPlayer als Betriebssystem genutzt werden kann haben wir hier beschrieben: Signalyst HQPlayer 4 Embedded – schlanker und audiophiler geht’s nicht.

In diesem Beitrag ziehen wir mehrere Kreise rund um die Themen:

– HQPlayer Core,
– HQPlayer Control und
– HQPlayer Endpoint

HQPlayer Core

Der Kern vom HQPlayer wird vom Hersteller selbst als HQPlayer Desktop bezeichnet. Etwas verwirrend aber gemeint ist die Rechenmaschine und die Konfigurationsoberfläche, welche unter Windows (keine Server Editions), Apple (MacOS) oder Linux installiert werden kann. Diese Anwendung erfordert eine kostenpflichtige Registrierung.

Der Kern kann aber auch als HQPlayer Embedded Anwendung (ausschließlich unter Linux) installiert werden. Ursprünglich war die HQP Embedded Version für Businesspartner gedacht, die ihre Streamer, DACs, Computer oder andere Geräte damit ausstatten. Daher ist die Konfigurationsoberfläche sehr technisch und die Lizenz ist an das jeweilige Gerät gebunden. Diese Anwendung macht eine eigene kostenpflichtige Registrierung notwendig.

Die Lizenzen von HQPlayer Desktop und HQPlayer Embedded können nicht untereinander getauscht werden.

HQPlayer Control

Die gute Nachricht ist, dass die Anwendungen für die Kontrolle des HQPlayer Cores nichts extra kosten. Zumindest wenn es sich um eigene Anwendungen wie HQPlayer Client handelt. Und es gibt eine große Vielfalt an kostenlosen Anwendungen für die Bedienung des HQPlayers. Diese Flexibilität ermöglicht auf den unterschiedlichsten Geräten und Plattformen ein großes Benutzererlebnis. Wir verwenden als Frontend gerne Roon, hören aber lieber mit dem HQPlayer die Musik, weil die Algorithmen soviel besser sind. Beides ist möglich.

HQPlayer Endpoint

Hier handelt es sich um eine Besonderheit für eine asynchrone Datenweitergabe über das Netzwerk: NAA (Network Audio Adapter). Die Verarbeitung wird von HQPlayer Core durchgeführt und die verarbeiteten Daten werden dann asynchron über das Netzwerk an einen sehr leichten Netzwerk-Audioadapter gestreamt, der mit dem DAC verbunden ist. Asynchrones FIFO bietet maximale Isolation zwischen Verarbeitung und Audiowiedergabe. NAA ist optional.

Quelle: https://www.signalyst.com/consumer.html

HQPlayer Circle

Ohne Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit haben wir ein Kreisdiagramm erstellt, welches eine Funktionsübersicht bieten soll.

Lesebeispiele von außen nach innen:

  • Du verwendest ein MacBook (Apple) und kannst die Anwendung HQPlayer Client zur Steuerung verwenden .
  • Dein fis Audio PC kann mit dem HQPlayer OS eingerichtet werden und ermöglicht die Nutzung als HQPlayer Core. Dieser enthält den Rechenkern vom HQPlayer und kann ungestört von anderen Anwendungen die Audiodaten in höchster Qualität verarbeiten.
  • Mit deinem DAC T+A SDV 3100 HV kannst du den integrierten HQPlayer NAA als Endpunkt nutzen.
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In eigener Sache – welchen Mehrwert bieten wir unseren Kunden?

Anlass dieses Beitrags ist eine Beschwerde von einem Selbstbauer, dass etwas nicht funktionierte. Das Pikante daran: er hatte gar nichts bei uns gekauft. Er bezog sich auf unsere Empfehlung: Lichtwellenleiter (LWL) mit niedrigen Latenzen. Dort stand, dass die Windows Server Treiber für die XILINX Solarflare Netzwerkadapter auch in Windows 10 Pro einwandfrei funktionieren. Das ist auch so. Nur bekam es der Selbstbauer nicht hin. Wir gaben den Tipp die Firmware zu aktualisieren (was wir immer machen).

Wir unterstützen mit Begeisterung Selbstbauer!

Das möchten wir an dieser Stelle deutlich sagen, bieten wir doch allerlei Zubehör an. Mit unseren Zubehör-Produkten sind wir sehr transparent. In der Regel ermöglichen unsere Produktbeschreibungen sogar einen (günstigeren) Direktkauf bei einem Online-Shop. In diesem Fall können wir jedoch keinen Support leisten, obwohl wir es manchmal trotzdem tun.

Forschung und Entwicklung (F&E)

Bitte berücksichtige bei unseren Preisen, dass wir Zeit und Geld in die Forschung und Entwicklung stecken. Da ist auch viel Ausschuss dabei. Der Aufwand in der Konfiguration der Software ist sehr hoch. Oft ist es so, dass die Konfiguration exakt auf das Produkpaket ausgerichtet ist. Wir werden oft gefragt, welche BIOS Einstellungen die Besten sind. Das können wir so pauschal nicht beantworten. Zum einen hängt es vom Zielbild des Nutzers ab. Zum anderen sind viele Einstellungen von der Hardware abhängig.

Wir verkaufen nur etwas, das wir vorher ausführlich getestet haben

Wir versprechen aber eins: Kaufst du einen fis Audio PC, dann funktioniert dieser Bestens mit unserer Konfiguration. Dafür testen wir den fis Audio PC und legen ein ausführliches Testprotokoll bei. Dafür stehen wir mit unserer Händlergewährleistung von zwei Jahren ein. Selbst bauen kann sehr viel Spaß machen. Es ist aber auch mit viel Frustration verbunden, wenn etwas nicht funktioniert. Wenn du dir unsicher bist schone deine Nerven und beauftrage uns.

Bester Klang und höchste Kundenzufriedenheit sind unser Ziel

Wir betreiben unser Geschäft mit Leidenschaft. Wir möchten das du als unser Kunde zufrieden bist. Wir beraten dich auf Gundlage deines Zielbilds unentgeltlich. Wir wollen nicht mit Online-Shops konkurrieren. Wir bieten eine funktionierende Gesamtheit an Produkten an und lassen dich bei Problemen nicht im Regen stehen. Dieser Service kostet halt etwas.

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Erfahrungsbericht über das neue lineare Netzteil JCAT S OPTIMO ATX

Einführung in das Thema

Jeder PC benötigt Gleichstrom (DC). Aus 230V Wechselstrom (AC) werden in der ersten Stufe meist 19V Gleichstrom (DC) erzeugt. In der zweiten Stufe werden aus diesen 19V nach dem jetzigen ATX Standard die Motherboards mit 3,3V, 5V und 12V bedient. Es gibt übrigens einen neuen Standard ATX12VO, der nur noch 12V bereitstellt. Dieses Konzept hat sich in der Breite allerdings (noch) nicht durchgesetzt.

Nun gibt es natürlich viele Netzteile mit ATX Spezifikation. Diese bringen die notwendigen Molex ATX-Anschlüsse gleich mit. Die von der Computerindustrie bereitgestellte Stromversorgung sind jedoch oft Schaltnetzteile von miserabler Bauteilequalität und hohem Ripple Noise. Die ATX-Kabel sind meist von dünnem Querschnitt, schlechter Materialqualität und ungenügend geschirmt.

Egal in welcher Gerätekategorie, wir sind davon überzeugt dass eine hochwertige lineare Stromversorgung immer Klangvorteile bringt. Bisher haben wir das in den vorgenannten zwei Stufen umgesetzt:

1. Stufe: lineare Stromversorgung (Eingang 230V / Ausgang 19V) zum Beispiel mit Keces P8 oder P28
2. Stufe ATX Stromversorgung (Eingang 19V / Ausgang 12V, 5V und 3,3V) zum Beispiel mit HDPLEX 400W DC-ATX Konverter

JCAT S OPTIMO ATX

Mit dem sehr rauscharmen und leistungsfähigen Netzteil JCAT OPTIMO S ATX  entfällt der DC-ATX Konverter, denn dieser ist bereits integriert. Im Gerät sind drei Transformatoren für die notwendigen Spannungen verbaut.

Nominal Output Current12V23A
5V20A
3.3V20A
5V SB2.5A
leistungsstarke separate Stromversorgungsrails

Schlauerweise hat der 12V Output die höchste Stromstärke, denn damit wird die CPU versorgt. Die Ausgangsbuchsen wurden direkt mit hochwertigen Molex PINs (vergoldet) umgesetzt. Die Kabel Molex 24 Pin zu Molex 24 Pin ATX und Molex 8 Pin zu Molex 8 Pin CPU werden mitgeliefert und sind richtig schwer. Das liegt ganz klar am Kabelmaterial aus abgeschirmten versilberten Kupfer mit einem Querschnitt von 18 AWG.

JCAT OPTIMO S ATX Verkabelung

Die Kabelenden werden einfach an das Motherboard angeschlossen. Wir verzichten ganz bewusst auf weitere Buchsen wegen der unvermeidlichen Übergangswiderstände.

fis Audio PC i9-12900K Verkabelung

Schon beim ersten Test konnten wir diese mühelose High Power bewundern. PCM zu DSD1024 oversamplen? Überhaupt kein Problem.

Oversampling PCM 44.1 zu DSD1024


Hochanspruchsvolle Filter poly-sinc-ext3, ASDM7ECv2, DSD256 des HQPlayers laden? Die Power wird uneingeschränkt zur Verfügung gestellt.

Oversampling PCM 44.1 zu DSD256 mit hochanspruchsvollen Modulatoren und Filter

Wie hört sich das an?

Wenn etwas besonders gut wiedergegeben wird nimmt gefühlt die Lautstärke ab. Das liegt daran, dass die Nebengeräusche weiter nach unten gedrückt werden, also die sogenannte Schwärze zunimmt. Das LPS hat einen Ripple Noise von lediglich <25uV RMS (0,025 Millivolt [mV]).

Die einzelnen Instrumente werden körperlich zum anfassen präsentiert. Mit diesem LPS werden Feinstrukturen auch bei komplexen Kompositionen offen gelegt, dass es eine Freude ist. Das Timing von Percussionsinstrumenten ist federnd und auf dem Punkt genau. Irgendwelche Schärfen sucht man vergebens.

Das JCAT OPTIMO S ATX LPS ist für uns ein Game Changer. Das haben wohl auch andere geahnt, denn die erste Charge ist schon ausverkauft. Die nächste kommt erst im März 2022.

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Signalyst HQPlayer 4 Embedded – schlanker und audiophiler geht’s nicht

Viele ärgern sich mit dem aufgeblähten Windows herum und wundern sich, warum es einfach nicht klingen will. In der Tat muss Windows für audiophile Zwecke zurechtgestutzt werden. Wie wäre es stattdessen einfach einen USB-Stick einzustecken und ein kleines und feines Programm wie das HQPlayer Embedded Betriebssystem (HQPlayer OS) automatisch hochfahren zu lassen?

Im Gegensatz zu Windows arbeiten nur rund 20 Tasks im HQPlayer Embedded. Da keine konkurrierenden Programme um die Priorisierung und Speicherbandbreite kämpfen, können die hochwertigen Algorithmen vom HQPlayer ihre volle Kraft entfalten. Die Kernzuordnung erfolgt hocheffizient und automatisch.

HQPlayer Embedded mit 20 Tasks und effizienter Kernzuordnung

Die Anwendung wird übrigens in den schnellen Arbeitsspeicher geladen, so dass hier keine Festplatte die Geschwindigkeit ausbremst. Alternativ installierst du das HQPlayer OS gleich auf eine Intel® Optane™ Memory M10 SSD mit geringsten Latenzen. Damit bootest du schneller und vor allem fehlerfrei.

PCM in DSD 1024 hochrechnen? Mit einem Intel Core i9-12900K ist das überhaupt kein Problem. Das ganze bedienst du komfortabel zum Beispiel mit Roon:

Roon mit HQPlayer Embedded und DSD 1024

Das HQPlayer OS basiert auf Linux. Du benötigst aber keine Linux Kenntnisse, denn hier ist es wirklich plug and play. Es ist kostenlos. Du benötigst nur eine Lizenz vom HQplayer. Vorher kannst du es unverbindlich in der Vollversion testen. Die einzige Einschränkung: alle 30 min. musst du den HQPlayer neu starten.

Tipps für die Installation findest du auf unserer Support Seite.

Unser Eindruck

Jussi Laako, der Schöpfer vom HQPlayer, schafft es immer wieder mit Weiterentwicklungen zu begeistern. So verbesserte er den hochpräzisen EC-Modulator für DSD weiter. Neue Filter wie zum Beispiel die Gauss-Varianten liefern einen unvergleichlichen Schmelz. Die neue 12. Intel Generation wird seit neuestem vom HQPlayer unterstützt und ermöglicht die Ausführung von Modulatoren und Filtervarianten, die vorher nicht möglich waren. Diese Algorithmen wirst du nie im DAC selbst finden, denn dafür reicht die Rechenleistung nicht aus. Selbst T+A empfiehlt bei ihrem Flaggschiff-DAC SDV 3100 HV den HQPlayer mit einem leistungsstarken Computer zu verwenden.

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Erfahrungen mit Intels neuem i9-12900K Prozessor

Hybrid CPU mit E-Cores (Efficient) und P-Cores (Performance)

Kleine, hocheffiziente Prozessorkerne, wie man sie bisher eher von Atom kannte, werden von einer variierenden Anzahl großer Performance-Kerne, bekannt von den Core-CPUs, unterstützt. Mit dem Intel® Core™ i9-12900K Processor sind 16 Kerne möglich, die sich auf 8 E-Cores und 8 P-Cores aufteilen. Mit Hyperthreading der P-Cores, also der Verteilung der Last auf zwei virtuelle Cores, sind insgesamt 24 Threads möglich. Siehe unser Artikel:

Neuer Sockel LGA 1700

LGA 1700 ist als Ersatz für LGA 1200 konzipiert. LGA 1700 hat 1700 hervorstehende Pins, um Kontakt mit den Pads auf dem Prozessor herzustellen. Im Vergleich zu seinem Vorgänger LGA 1200 hat LGA 1700 500 Pins mehr. Daher ist der Sockel 7,5 mm länger: 37,5 mm x 45 mm. 

Neue Passive Kühlung

Die höhere thermische Verlustleistung und der größere Sockel benötigt eine effizientere Kühlung. So sieht der CPU Kühlkörper aus, den wir verwenden. Die Rillen nehmen die Heatpipes auf, welche die Wärme an die Seitenwand weiterleiten.

HDPLEX Kühlkörper aus amssiven Kupfer

Solarflare NIC (Network Interface Card) X2522 

Der schnelle Intel® Core™ i9-12900K Processor profitiert im besonderen Maße von einer Hochleistungsnetzwerkkarte mit geringsten Latenzen und Jitter. Hier kommt  XILINX Solarflare X2 Series Ethernet Adapters – XtremeScale X2522 zum Einsatz. Da der Hochleistungschip sehr heiß wird haben wir uns ein besonders effektives passives Kühlsystem einfallen lassen: Passives Kühlungskit für XILINX Solarflare X2 Series & 8000 Series Ethernet Adapters. Dabei wird die Wärme über Heatpipes über die linke Seitenwand abgeführt.

fis Audio PC mit i9-12900K CPU und Solarflare X2522 NIC

Wir haben vieles an Ethernetkarten ausprobiert, aber keine reicht an Solarflare heran. Es ist nicht nur die galvanische Trennung über Glasfaser, sondern vor allem die sehr geringen Latenzen und Jitter kombiniert mit hohen Leistungsreserven. Während woanders geöffnete Remoteverbindungen den Klang beeinträchtigen, ist das hier nicht mehr der Fall. Daten hin- und her kopieren oder das Laden der komplexen Metadaten von Roon werden sehr schnell ausgeführt. Unterschiede zwischen dem Abspielen aus dem Speicher oder aus dem Internet sind für uns mit dieser Karte nicht mehr wahrnehmbar. Die Firmeware trägt auch etwas dazu bei. Im BIOS kann die Solarflare X2522 NIC auf ultra low latencies konfiguriert werden.

BIOS Solarflare Einstellung auf Ultra low latency

Advanced Vector Extensions (AVX) – AVX512

AVX2 wird seit geraumer Zeit von Intel für gleitkommaintensive Berechnung, vor allem im Multimedia-, wissenschaftlichen oder Finanzbereich, verwendet. Für Nutzer vom HQPlayer oder anderen digitalen Signalverarbeitungen (DSP) ist das eine sehr wichtige Funktion. Das leistungsfähigere AVX512 kann nun erstmalig auf einem Audio PC mit einem kleinen Trick genutzt werden. Dabei werden die E-Cores deaktiviert und AVX512 wird im BIOS aktiviert.

Aktivierung AVX512

Was sich erstmal nach großem Unsinn anhört, wird durch Igor’s LAB bestätigt:

Und die Leistung ist schon sehr beeindruckend.

44,1 kHz konvertiert zu DSD 256×48 mit dem hochpräzisen Modulator ASDM7ECv2

Performance mit AVX512 auf P-Cores

96kHz konvertiert zu DSD 256×48 mit dem hochpräzisen Modulator ASDM7ECv2

Performance mit AVX512 auf P-Cores


Was mit der Intel i9-9900K CPU so gar nicht funktionierte geht mit dem i9-12900K sowas von mühelos und performant, dass es eine Freude ist.

Klangbericht

Die Soundqualität hat erheblich zugenommen! 

Wir bemerken einen präziseren, druckvolleren Bass und „federnde“ Transienten bei Percussion- und Gitarrensounds. Die 3D Soundstage hat zugelegt und jedes einzelne Instrument steht greifbar im Raum. Wer diesen Sound hört kommt zwangsläufig ins grooven.

Wir sind jedenfalls so begeistert, dass wir die 12er Cores von Intel in unser Angebot aufgenommen haben. Dabei ist es nicht teurer geworden. Billiger allerdings auch nicht. Wer möchte kann sich das mal unverbindlich anschauen: