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Erfahrungsbericht fis Audio Server mit FARAD Super10

Vorweg eine kleine Anekdote. Mein neues HDPLEX 500W ATX Linear Power Supply wollte ein Kunde unbedingt haben. Und ja, es ist schon wieder ausverkauft. Das zwang mich zu einer Alternativlösung: HDPLEX 400W AC-DC Ver 3.0 Schaltnetzteil (ist aktuell auch ausverkauft) in Kombination mit dem HDPLEX 400W HiFi DC-ATX Konverter. Wie das mit Schaltnetzteilen so ist, sie sind platzsparend und effizient. Und passten beide in das Gehäuse. 

fis Audio Server (Control PC) mit interner Stromversorgung von HDPLEX

Ich versuche bei meinen PCs immer eine lineare Stromversorgung aufgrund des geringeren Ripple Noise umzusetzen. Zum Nachlesen siehe: Lineare Netzteile (LPS) vs. Schaltnetzteile (SMPS)

Ich dachte an dieser Stelle ist das Schaltnetzteil nicht klangschädlich, da der Server als Control PC genutzt wird. Dieser steuert die Musik über den Roon Core und gibt die Musikfiles weiter an den Audio PC. Auf dem Audio PC läuft das HQPlayer OS mit sehr schlankem Linux Echtzeitkernel. Der fis Audio PC wird mit dem JCAT OPTIMO S ATX mit Strom versorgt. Bei Interesse zum nachlesen: 

Für die „Klangimmunität“ sprach auch die galvanische Trennung durch LWL (Lichtwellenleiter) und die Stromfilterung durch den Power Line Conditioner GigaWatt PC-4 EVO+. Wie man sich doch täuschen kann.

Nach langer Wartezeit habe ich endlich mein FARAD Super10​ Netzteil erhalten. Es kam mit Umkarton sehr ordentlich verpackt an. Es war auch eine leere Schachtel mit Synergetic Research Purple Fuse dabei.​ Klar, die Sicherung steckt ja im Gerät, aber es ist eine vertrauensbildende Maßnahme.

Die Verarbeitung ist makellos. An den Anschlüssen sind sehr vorbildlich die Pin Belegungen beschriftet, siehe Bild ganz oben. Man beachte auch diesen massiven GX25-4​ Anschluss. Sowas habe ich bei einem anderen Netzteil noch nicht gesehen. Das Furutech NCF IEC Inlet ist ebenfalls sehr hochwertig.

Bereits das FARAD Super3 LPS erfreute sich allgemeiner Beliebtheit, kam aber mit max. 3 Ampere nicht für den fis Audio PC in Frage. Die Besonderheit liegt in den Super Caps, die wie eine Batterie den Strom zwischenspeichern. Und jetzt können beim FARAD Super10​ die namensgebenden 10 Ampere geliefert werden. Die Spannungen werden von 5V bis 24V angeboten. Allerdings muss die Spannung bereits bei der Bestellung festgelegt werden. Es wird auch nur ein Spannungsabgriff angeboten. Und das hat einen guten Grund. Das FARAD Super10​ hat für jede Ausgangsspannung ein optimiertes Modul und einen passgenauen Netztransformator und vermeidet dadurch die Nachteile einer hohen Verlustleistung über verschiedene Spannungen. Ein Spannungswechsel ist nachträglich trotzdem möglich und wird von FARAD ausgeführt.

Die Stromversorgung mit 19V/10A meines fis Audio Servers erfolgt direkt mit einem 6 Pin Molex Stecker. Das sehr hochwertige Kabel von FARAD wird auf Kundenwunsch mit dem gewünschten Stecker konfektioniert.

Wir legen immer höchsten Wert auf eine direkte Verbindung ohne Zwischenstecker. Denn jeder Stecker ist eine potenzielle Schwachstelle mit schlechten Kontakten und Übergangswiderständen. Freilich muss man bei den Anschlüssen im fis Audio PC etwas aufpassen, dass alles richtig einrastet. Siehe unsere Anleitung zur Montage von DC Kabel. Angeschlossen wird es am HDPLEX 400W HiFi DC-ATX Konverter gemäß Anschlussplan. Die Stromversorgung des Motherboards und der CPU wird mit den hochwertigen fis Audio BF PC-Line Kabelprodukten realisiert.

Hier ist ein Größenvergleich zum JCAT OPTIMO S ATX. Das FARAD Super10​​ ist mit 260 x 320 x 70 mm nicht sehr groß, hat aber ein beeindruckendes Gewicht von 7.6 kg.

Klangliche Auswirkungen

Mein Klangbericht ist subjektiv und gilt für mein System und meine Ohren.

FARAD gibt eine Einbrennzeit von 500h an! Durch sind jetzt ca. 100h. Da habe ich noch einiges vor mir. Normalerweise gebe ich erst nach der Einbrennzeit einen Kommentar zum Klang ab. Hier passiert aber schon etwas. Hatte ich in meiner kurzen Zeit mit dem Schaltnetzteil digitale Schärfen wahrgenommen, sind auf einmal wieder die analogen Klangfarben zurück. Insgesamt schälen sich wieder mehr Details aus dem ruhigen Hintergrund hervor. Das vorherige Schaltnetzteil hatte wohl trotz Power Conditioner einiges an Schmutz zurück gestreut.

Nachtrag vom 17.12.2022

Bisher schonte ich das FARAD Super10 Netzteil mit einer Belastung von maximal 20W. Nun ging es mit dem HQPlayer zur Sache. Dabei wurde ein PCM Stream von 44.1kHz/16Bit auf DSD1024 hochgerechnet. Bei Interesse zum nachlesen:

Die im Test erreichte maximale Belastung von 90W lieferte das FARAD Super10 Netzteil souverän ab. Bei 19V/10A kann das Super10 theoretisch bis 190W liefern. Ich schreibe theoretisch, weil es in der Praxis oft anders aussieht. So würde ein Keces P8 mit 152W (19V/8A) aufgrund hoher Temperaturen schnell aussteigen. Das Super10 wurde nur mäßig warm, welches auf eine hohe Energieeffizienz schließen lässt.

Upsampling PCM Stream von 44.1kHz/16Bit auf DSD1024 mit FARAD SUper10